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Rückblick 10 Jahre Hospizdienst

Wie und warum hat etwas angefangen?  Das sind Fragen, die man bei einem Jubiläum gerne be­antwortet haben möchte. Lassen Sie uns also auf dem Fluss der Geschichte unserer Hospizgruppe zurückfahren und sehen, wo die Quelle ist. Sie fing an zu sprudeln, als das  Leitungsteam  der Diakonie /Sozialstation Brackenheim-Güglingen für den März 1996  eine Feier zur Einweihung der neuen Räume in der Hausenerstraße plante.Ein aktuelles Thema für einen Festvortrag wurde gesucht und man erwärmte sich für die gerade aufkommende Hospizidee.

Also wurde  die Lei­terin eines Hospizdienstes als Refe­rentin eingeladen. Damit war der Wunsch, auch in unserer Region einen solchen Dienst anzubieten, geweckt.. Der Idee folgte die Tat in Form eines Falt­blatts, das im ganzen Zabergäu verbreitet wurde.

 

Faltblatt

Auf die Einladung „Sie haben Interesse?" reagierten zunächst 16 Personen. Nach einem ersten Treffen haben sich dann 13 Damen ab November 1996 in monatlichen je zweistündigen Seminaren, mit einem Besuchs­praktikum und einer abschließenden Wochenendklausur  auf diese besondere Aufgabe vorbe­reitet. Nach einem Jahr hatte sich der Hospizdienst Zabergäu als eine Gruppe mit 12 verläss­lichen Miarbeiterinnen etabliert. An dieser Stelle wollen wir in dankbarem Gedenken an unseren ersten Kursleiter und Vorsitzenden des Diakoniestationsausschusses Herrn Pfarrer Ernst Göhner erinnern ebenso wie an seine Assistentin Frau Pfarrerrin Elisabeth Keller, die beide leider schon verstorben sind.

Für die Supervision konnte die Diplom-Sozialpädagogin Frau Karin Daur ge­wonnen werden. Als Mitinitiatorin lag ihr das Wohl der Gruppe besonders am Herzen, sie hat uns bis 2005 psychologisch betreut, war eine wichtige Hilfe für die Helfer.

Nicht vergessen wollen wir zwei weitere Frauen der ersten Stunde: Frau Rita Seywald, die mit zum Aus­bildungsteam gehörte und Frau Doris Zwiesele unsere erste, sehr geschätzte Einsatzleiterin. Und von Anfang an war uns ein treuer Begleiter Herr Dieter Reichert, der immer ein offenes Ohr für unsere Sorgen und Anliegen hatte und sicher auch weiterhin hat.

Ab 1. Dezember 1997 war unsere Gruppe selbständig und einsatzbereit ausgerüstet mit einem Mobil­telefon, das in wöchentlichem Turnus unter den Mitarbeiterinnen weitergegeben wurde. Unsere Hospiznummer wurde durch einen Prospekt bekannt gemacht. Doch die Anfragen waren zunächst spärlich und ein Handy zu jener Zeit noch sehr störanfällig. Zu ersten Einsätzen im Frühjahr 1998 kam es eher auf privaten Wegen oder durch Vermittlung der Diakoniestation.

So fasste die Guppe den Entschluss, sich ganz unter das Dach der Diakonie zu begeben, als ein weite­res Angebot der Station. Und diese ehrenamtliche Hilfe wurde nun zunehmend  in Anspruch ge­nommem, zumal man auch die Patienten im  Pflegeheim Haus Zabergäu und im  Krankenhaus nicht ausschließen wollte.

In unserer Statistik sind für 1999 fast 200 Stunden Sitz- bzw. Nacht­wachen bei 11 Einsätzen dokumentiert. Weil aber nicht alle Mitarbeiterinnen für diesen inten­siven Dienst zur Ver­fügung stehen konnten, hatten wir schon bald Besuche bei Langzeitkranken in unser Programm aufgenommen. Oft wurde daraus eine sehr persönliche Wegbegleitung bis zum Tode.

Steigende Nachfrage und der Weggang von Mitarbeiterinnen aus familiären oder beruflichen Gründen, machten in den letzten Jahren drei weitere Ausbildungsangebote notwendig . So war immer für Nach­wuchs gesorgt, inzwischen auch für die Männerquote  durch zwei engagierte und nachtwachenbereite Herren. Und die neuesten Zahlen aus dem Jahr 2007 mit mehr als 500 Stunden Begleitung bei 20 Einsätzen zeigen, wie angenommen und notwendend die Sterbebegleitung ist.

Nach einer vom Landkreis für die Gewährung von Fördermitteln verlangten speziellen Aus­bildung hat der Hopizdienst Zabergäu seit 2006 nun in Frau Christine Wagner eine qualifizierte Einsatzleiterin und Führungskraft.

Fast gleichzeitig kam die Altenheimseelsorgerin und Diakonin  Frau Ruth Dittus als Supervisorin in die Gruppe. Beide Damen dürfen sich heute besonders freuen über die neuen, frisch ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Ende des Gottesdienstes vorgestellt werden.