Menschen. Nähe. Pflege.

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10-jähriges Jubiläum Hospizdienst

im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums des Hospizdienstes wurde den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit einer Rose für ihren Einsatz gedankt. Nachfolgend die Gedanken dazu:

 

 

Die Rose

 

Rainer Maria Rilke ging in der Zeit seines Pariser Aufenthal­tes regelmäßig über einen Platz,

an dem eine Bettlerin saß, die um Geld anhielt. Ohne je aufzublicken, ohne ein Zeichen des Bittens oder Dankens zu äußern, saß die Frau immer am gleichen Ort.

Rilke gab nie etwas, seine französische Begleiterin warf ihr häufig ein Geldstück hin.

Eines Tages fragte die Französin verwundert, warum er nichts gebe. Rilke antwortete: „Wir müssten ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand." Wenige Tage später brachte Rilke eine eben aufgeblühte wei­ße Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand

der Bett­lerin und wollte weitergehen.

Da geschah das Unerwartete: Die Bettlerin blickte auf, sah den Geber, erhob sich mühsam

von der Erde, tastete nach der Hand des fremden Mannes, küsste sie und

ging mit der Rose davon. Eine Woche lang war die Alte verschwunden; der Platz,

an dem sie vorher gebettelt hatte, blieb leer. Nach acht Tagen saß sie plötzlich wieder

an der gewohnten Stelle. Sie war stumm wie damals, wiederum nur wieder ihre Bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte Hand. „Aber wovon hat sie denn in all

den Tagen gelebt?" fragte die Französin.Rilke antwortete "Von der Rose.."

 -Verfasser unbekannt -